“The aesthetics of motion” – Charlotte Silbermann

Extract from the exhibition catalogue "Space Transforming Body", June 2016

“Passions wander the house of the soul […] in clothes from bygone days”(1)

Condensations
Talk of the poetic has been used so over-excessively; its sense would seem to have dissolved into a sentimental nothingness. Thus the concept is in great danger of losing its impact even when it happens to be apposite. Nevertheless I dare to speak of Rebecca
Raue’s collages as poetic works since they possess a lyrical quality that touches the core of poetic art: the element of condensation.

“Ästhetik der Bewegung” – Charlotte Silbermann

Aus dem Katalog "Space Transforming Body", Juni 2016

»Durchs Haus der Seele die Leidenschaften irren – […] in Kleidern aus vergangener Zeit«

Verdichtungen

Die Rede vom Poetischen ist so inflationär, dass sich ihre Bedeutung in ein sentimentales Nichts aufgelöst zu haben scheint. Folglich ist die Gefahr groß, dass der Begriff seine Wirkung verliert, ist er tatsächlich einmal angebracht. Ich wage dennoch bei Rebecca Raues Collagen von poetischen Arbeiten zu sprechen, weil sie eine lyrische Qualität besitzen,

“Heimat anders denken” – Rebecca Raue

Aus dem Katalog "Heimat anders denken", März 2016

Wo beginnt innen? Wo hört außen auf?
oder:
Wo beginnt außen? Wo hört innen auf?

Der Begriff Heimat verweist für gewöhnlich auf einen geografischen Ort.
Das Gefühl von Heimat kann durch Assoziationen wachgerufen werden.
Es gibt Klänge, Gerüche und Farben, die an Heimat erinnern.
Heimat braucht gelebtes Leben. Heimat ist ein Ort, der uns vertraut ist, weil wir dort schon waren. Schon viele Male. Oft ist Heimat der Ort der Kindheit,

“Leaving and arriving” – Rebecca Raue

Extract from the catalogue "Zur Nachhaltigkeit empfohlen", October 2015

Boats often travel through my paintings. I am fascinated by them, because they create a space; a me-space. A boat on the sea. A person on a boat. Maybe alone. Water all around. The boat is a mean of transportation, a shelter, maybe a home. One can steer a boat, set the sails. Nonetheless the boat is exposed to the sea and the wind. One can also make paper boats. To play with. To dream of vastness.

“Ablegen und ankommen” – Rebecca Raue

Aus dem Katalog "Zur Nachhaltigkeit empfohlen", Oktober 2015

Boote reisen oft durch meine Bilder. Sie faszinieren mich, weil sie einen Raum kreieren, einen Ich-Raum. Ein Boot auf dem Meer. Ein Mensch in einem Boot. Vielleicht allein. Rundherum Wasser. Das Boot ist ein Transportmittel, ein Schutzraum, ein Zuhause vielleicht. Man kann ein Boot steuern, die Segel setzen. Dennoch ist das Boot dem Meer und dem Wind ausgesetzt. Man kann auch aus Papier Boote bauen. Um zu spielen. Um von Weite zu träumen.
2014 hat das Boot für uns alle eine ganz andere,

“Drawings of the Non-Visual” – Jochen Proehl

Extract from the exhibition catalogue "Beyond there is what lies within", April 2014

“the bird knows – they have forgotten” or “being transformed” are the titles of artworks by the Berlin
based artist Rebecca Raue. The compositions are assembled out of planes of colour and graphic elements, which seem to be applied with great ease, almost casual, and which give these works the suggestion of notes out of another reality. The colours and shapes consequently don’t describe and space, object, figure are at most citations out of the visual
world experiences of the viewer.

“Zeichnungen des Nicht-Sichtbaren” – Jochen Proehl

Aus dem Katalog der Ausstellung "Beyond there is what lies within" in Istanbul, April 2014

Zeichnungendes Nicht-Sichtbaren
“the bird knows – they have forgotten” oder “being transformed” lauten Titel von Werken der Berliner Künstlerin Rebecca Raue.
Die Kompositionen bauen sich aus Farbflächen und graphischen Elementen auf, die mit großer Leichtigkeit – fast Beiläufigkeit – aufgetragen scheinen und diesen Arbeiten die Anmutung von gigantischen Notizen aus einer anderen Wirklichkeit verleihen. Die Farben und Formen beschreiben also nicht und der Raum, der Gegenstand, die Figur, sind allenfalls Zitate aus der sichtbaren Erfahrungswelt des Betrachters.

“Görünür Olmayanin Desenleri” – Jochen Proehl

Nisan 2014'te gerçekleştirilen “Beyond there is what lies within” sergisinin kataloğundan.

Berlinli sanatçı Rebecca Raue’nin bazı yapıtlarının isimleri şöyle: “the bird knows – they have forgotten” veya “being transformed”. Kompozisyonlar renk alanlarından ve büyük bir hafiflikle – neredeyse dokunup geçerek – boyanmış izlenimi veren ve bu çalışmalara başka bir gerçeklikten devasa notlarmış havasını kazandıran grafik öğelerden meydana geliyor. Dolayısıyla renkler ve biçimler betimleyici değiller ve mekan, nesne, figür gözlemcinin görünür deneyim dünyasından olsa olsa alıntılar haline geliyor. İstanbul’da BAUART Galeri‘de gerçekleştirilen “Beyond there is what lies within” başlıklı sergi vesilesiyle Rebecca Raue’nin en son yapıtları,

“Listening in the Absence of Sound” – Molly Merson

Press release text for the exhibition "Listening in the Absence of Sound" in New York, March 2014

Gallery Molly Krom is pleased to present Listening in the Absence of Sound, a solo show by Berlin based artist Rebecca Raue.
The title of the show is a springboard for associations. Some imagine a state of sensory deprivation and question their ability to endure silence or, conversely, crave it in our age of sensory overload. Others are lead to recall the use of silence as a subject and a medium by such major figures in modern and contemporary culture as Robert Rauschenberg (White Paintings),

“Emotional Territories” – Dr. Dorothée Brill (Translation by Michael S. Cullen)

Extract from the exhibition catalogue "The body became space", Galerie Michael Schultz, 2013

“You can’t kiss solo; it takes two to kiss. I’m ready and willing.” We have to wholeheartedly agree with this insight. But there’s more to it than that. In the brief periods in which we can distinguish between kissing and being kissed, the startling beginning of a kiss for example: we have to, in order to continue, find a balance between those who are kissing and establish another reciprocal activity. This equivalence is not just the relationship between action and reaction,

“Emotionale Territorien”- Dr. Dorothee Brill

Aus dem Katalog zur Ausstellung "The body became space", Galerie Michael Schultz 2013

 “Küssen kann man nicht alleine. Küssen kann man nur zu zweit. Ich wär’ dazu bereit.”[1] Dieser gesungenen Einsicht ist rückhaltlos zuzustimmen. Aber damit ist noch nicht alles gesagt. Abgesehen von kurzen Phasen, in denen wir zwischen dem Küssenden und dem Geküssten unterscheiden können – zum Beispiel im Moment des überraschenden Anfangs eines Kusses –, ist für seine Fortdauer die Balance beider Partner und eine wechselseitige Aktivität notwendig.

“Up Into the Air With the Lungs” – Annika Reich (Translation: John McNaughten)

Extract from the exhibition catalogue "Wanting the real", Galerie Michael Schultz, 2011

Notes on Rebecca Raue’s gentle power plants of imagination

inside/outside, innen/außen – these oppositions constantly appear in Rebecca Raue’s images. If you only read inside, the outside will resonate and vice versa. There seems to be just a razor-thin membrane vibrating between the inner and outer worlds, making both sides ring. Rebecca Raue asks if it is enough to move inside to make something happen outside,

“Mit den Lungenflügeln fliegen” – Annika Reich

Aus dem Katalog der Ausstellung "Wanting the real" Galerie Michael Schultz, 2011

zu Rebecca Raues sanftem Einbildungskraftwerk

inside/outside, innen/außen – diese Wortpaare tauchen in den Bildern von Rebecca Raue immer wieder auf. Wenn nur das Wort innen zu lesen ist, dann schwingt das außen mit und umgekehrt. Zwischen innerer und äußerer Welt scheint nur eine hauchdünne Membran zu vibrieren, die beide Seiten zum Klingen bringt. Ob es ausreicht, sich innerlich zu bewegen, um äußerlich etwas zu bewirken, und wie umgekehrt die innere Haltung mit äußeren Handlungen korrespondiert,

“Poren öffnen sich” – Hansdieter Erbsmehl

Aus dem Buch "Bilderträume, Die Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch", Juni 2009

Mit der Einführung der abstrakten Malerei in den Kanon der westlichen Kultur vor genau einhundert Jahren wurde die bildende Kunst von ihren narrativen Aufgaben entbunden. Gleichzeitig wurde generell die Glaubwürdigkeit der gegenständlichen Bildnerei angezweifelt. Wenn Kunstwerke keine Gedanken oder Sachverhalte mehr verbindlich auszudrücken vermögen, wenn es überhaupt keine Bilder mehr geben soll, die diese Lücke ausfüllen könnten, dann stellt sich für viele Künstler die Frage, wie sie sich überhaupt noch mitteilen und verständigen sollen, bildhaft oder lieber gleich verbal.

“Stilles Staunen” – Kasia Kaminski

Aus dem Katalog der Ausstellung "Wo ist Wahrheit", Kunsthalle Vierseithof, Juni 2009

LUCKENWALDE – Es gibt nicht viele Ausstellungen, die den Besucher sogleich aus dem Alltag reißen – direkt in die Kunst hinein. Vielleicht liegt ja gerade hier die Antwort auf die Frage, die Rebecca Raue im Ausstellungstitel stellt. „Wo ist Wahrheit“, hat die Berlinerin ihre Schau in der Kunsthalle Vierseithof in Luckenwalde überschrieben. Und womöglich steckt diese Wahrheit in den Arbeiten selbst und in jenem ersten Augenblick. Denn woher kommt er, dieser Impuls, der uns gleich hinter der Tür innehalten lässt?